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	<title>Dziuks KÃ¼che</title>
	<link>http://dziuks-kueche.de/blog</link>
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	<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 08:31:37 +0000</pubDate>
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		<title>Intro</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 11:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Küchenpersonal</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Moinsen, 
das hier sind die Seiten von Danny Dziuk bzw. seiner Band â€žDziuks KÃ¼cheâ€œ.
Die Kategorie â€žSporadische Dauerkolumneâ€œ bedeutet einfach, dass er dort in unregelmÃ¤ÃŸigen AbstÃ¤nden auch ab und zu was schreibt, was nicht unbedingt ein Song ist. Manchmal in eigener Sache, manchmal aber auch nicht. 
Eine Art Bandbiographie gibtÂ´s auf der myspace-Seite (link), eine persÃ¶nlichere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moinsen, </p>
<p>das hier sind die Seiten von Danny Dziuk bzw. seiner Band â€žDziuks KÃ¼cheâ€œ.</p>
<p>Die Kategorie â€žSporadische Dauerkolumneâ€œ bedeutet einfach, dass er dort in unregelmÃ¤ÃŸigen AbstÃ¤nden auch ab und zu was schreibt, was nicht unbedingt ein Song ist. Manchmal in eigener Sache, manchmal aber auch nicht. </p>
<p>Eine Art Bandbiographie gibtÂ´s auf der myspace-Seite (link), eine persÃ¶nlichere &#038; umfangreichere auf www.chanson.de (wenn auch nicht mehr ganz so auf dem neuesten Stand). </p>
<p>Ein alphabetisches Register sÃ¤mtlicher bisheriger Songtexte ist geplant, wird aber wohl noch einige Zeit brauchen. Auch sog. SongbÃ¼cher gibtÂ´s bisher nicht. </p>
<p>Alles andere hier erklÃ¤rt sich hoffentlich weitgehend von selbst. </p>
<p>Viele GrÃ¼ÃŸe / der kleine Racker daselbst
</p>
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		</item>
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		<title></title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2011/10/04/newsticker-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 11:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<title>drauÃŸen wirds langsam hell&#8230; &#038; ich glaub, ich muss ins Bett.</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 09:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[So, das Debutalbum von Axel Prahl ist fertig, wunderschÃ¶n &#038; eigen ist es geworden,  â€žBlick aufs Mehrâ€œ wird es heiÃŸen &#038; am 4. November bei Buschfunk erscheinen. 
Wir haben das ganze Ding mehr oder weniger zu zweit entwickelt, alles andere blieb auÃŸen vor, vom Vorchecken Ã¼ber die ersten Demoaufnahmen bis hin zur fertigen Produktion. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So, das Debutalbum von Axel Prahl ist fertig, wunderschÃ¶n &#038; eigen ist es geworden,  â€žBlick aufs Mehrâ€œ wird es heiÃŸen &#038; am 4. November bei Buschfunk erscheinen. </p>
<p>Wir haben das ganze Ding mehr oder weniger zu zweit entwickelt, alles andere blieb auÃŸen vor, vom Vorchecken Ã¼ber die ersten Demoaufnahmen bis hin zur fertigen Produktion. â€žArbeiten aus dem Kellerâ€œ, nennt Axel das. Kam mir sehr entgegen, denn so hab ich das ja eh immer gemacht. Manchmal aus Ermangelung anderer MÃ¶glichkeiten, zugegeben (&#038; das war in diesem Fall natÃ¼rlich NICHT so), aber meistens doch auch gewollt: den Kreis klein halten, kein Reingequatsche von auÃŸen, bis zum Schluss. Und was danach kommt, weiÃŸ eh niemand. </p>
<p>So gut wie alles an diesem Album basiert auf einfachen Grundideen von Axel, musikalisch wie textlich, und vor allem bei Letzterem wuÃŸte er immer ganz genau, was er wollte, oder besser: was NICHT. Oft fehlten Textzeilen zu Liedern, die ansonsten bereits fertig waren, aber so sehr ich mich anfangs auch bemÃ¼hte, da etwas beizusteuern, so sehr merkte ich auch zunehmend, wie schwierig das war. Er hat einfach eine derartig persÃ¶nliche Art, die Dinge anzugehen, dass da jede Art von Technik oder Imagination erstmal voll vor die Wand lief. Ich glaube, er wÃ¼rde lieber dreimal einen ganzen Vers wiederholen, als auch nur eine Zeile zu singen, die er nicht 100%ig auch so fÃ¼hlt. SchlieÃŸlich verlor ich in dieser Richtung ein bisschen das Interesse oder die Energie, und kaprizierte mich daher vor allem auf die musikalische Bebilderung, den Sound, die Arrangements. Auch da gabÂ´s genÃ¼gend zu tun, zudem ich meist vÃ¶llig freie Hand hatte, und viele meiner Ideen auf diesem Gebiet - und seltsamerweise gerade manchmal die â€žgewagterenâ€œ - waren oft sofort auch mehr als willkommen. Die Zeit stand auch nicht gerade still, &#038; die fehlenden Textzeilen kamen zwar spÃ¤t, aber sie kamen. Und so setzte sich das Ganze langsam zusammen, es entwickelte sich eine Art Sprache. Axel unterwegs bei einem seiner vielen Drehs, &#038; ich zuhause am Herumbaldowern an mÃ¶glichen Arrangements (zwischendurch Gigs mit meiner eigenen Band oder solo, aber vorsÃ¤tzlich nicht allzu viele).<br />
Von Zeit zu Zeit kommt er dann immer mal wieder pfeifend den Hausflur hoch &#038; hat einen oder zwei neue Zettel dabei (und manchmal auch eine oder zwei seiner Gitarren, oder auch Kuchen oder Grappa). Und ich war ja - wie gesagt -  in der Zwischenzeit auch nicht ganz faul &#038; hab ein oder zwei neue Arrangements im Angebot. Und mein gÃ¼ldenes Mikro steht mitten im Zimmer, aufnahmebereit. FÃ¼r ein oder zwei neue Ideen. Mehr brauchtÂ´s eigentlich nicht. </p>
<p>Bis es dann ab etwa April diesen Jahres â€žernsterâ€œ wurde, Partituren fÃ¼r das Babelsberger Filmorchester mussten her- bzw. eine Band zusammengestellt werden, die das Ganze dann hinterher auch Live spielen konnte (in quasi â€žabgespeckterâ€œ Version), 10 Tage proben mit Letzterer sowie ein paar Konzerte zum Antesten (bien!), und auÃŸerdem noch weitere Aufnahmen (auÃŸer denen mit den Babelsbergern) in diversen Studios. Mehr Leute jetzt, und somit natÃ¼rlich auch weitere Impulse oder Ideen. </p>
<p>SchlieÃŸlich befinde ich mich mit dem ganzen diffusen Material wieder alleine vor meinem Computer, und jetzt wirdÂ´s WIRKLICH ernst. Das ganze Zeug muss erstmal kategorisiert, in eine Ordnung gebracht werden, bevorÂ´s Ã¼berhaupt losgeht (und Logistik ist weiÃŸgott nicht meine StÃ¤rke). Ich kÃ¼rze hier an dieser Stelle mal ein bisschen ab: der Abgabetermin steht, und ich befinde mich in einer Art Hamsterrad aus der VorhÃ¶lle (&#038; den Sommer kann ich eh vergessen; war aber ja auch nicht viel mit los, wie ich zwischendurch hÃ¶re). </p>
<p>Der erste Abgabetermin verstreicht, der zweite auch. Einfach nicht zu schaffen. Ich kÃ¼rze nochmals ab: drei nÃ¤chtliche Polizeibesuche wegen RuhestÃ¶rung, einer Anzeige sowie einer Abmahnung seitens unserer Hausverwaltung spÃ¤ter ist das Ding dann tatsÃ¤chlich im Kasten, und - ich kannÂ´s selbst kaum glauben - BEINAH pÃ¼nktlich zum dritten Abgabetermin (<em>nur </em>etwa eine Woche spÃ¤ter). Am Ende lagen die armen Nerven selbst meines Computers so blank, dass er anfing (â€žtut er sonst nieâ€œ), sogar sensibel auf SpÃ¤tsommergewitter zu reagieren. </p>
<p>Aber&#8230; hehe: es ist auch tatsÃ¤chlich geworden, was ich mir vorgestellt hatte, was WIR uns vorgestellt hatten: ein von vorne bis hinten rundes &#038; selbstbestimmtes Album, das wir beide lieben oder geliebt <em>haben werden</em>. Mehr geht nicht. Ãœber den Rest entscheiden dann andere, wie immer (GÃ¶tter, Tiere, Menschen&#8230; wer weiÃŸ das schon). </p>
<p>Ab Januar gibtÂ´s jedenfalls ein paar Konzerte, hier &#038; da eine kleine Tour vielleicht, mal sehen. </p>
<p>Die Meteorologen sagen gerade ein paar schÃ¶ne Tage voraus, und ich muss mal nachsehen, ob ich noch weiÃŸ, wie das geht: ich meine, zum Beispiel einfach in einem StraÃŸencafÃ© herumzuhÃ¤ngen. Hallo hier, hallo da. Nee, schwarz bitte. - Und mÃ¶glichst nicht den â€žSpiegelâ€œ dabeihaben. Oder vielleicht auch zweidrei Tage ans Meer. Aber nicht Usedom.</p>
<p>Und mein eigenes Zeugs? Ja, demnÃ¤chst. Aber schÃ¶n langsam jetzt erstmal. FleiÃŸ allein genÃ¼gt jedenfalls nicht&#8230; man darf auch nicht <em>dumm</em> fleiÃŸig sein. </p>
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		<title>Ganz kurz&#8230;</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2011/02/10/ganz-kurz/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Feb 2011 02:52:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich habe Ihnen fÃ¼r die erste Vorstellung zwei Eintrittskarten reservieren lassen. Bringen Sie einen Freund mit, falls Sie einen haben.&#8221; (G.B. Shaw an Winston Churchill). 
&#8220;Bin zur ersten Vorstellung leider verhindert. Komme gerne zur zweiten, falls es eine gibt.&#8221; (Winston Churchill an G.B. Shaw).

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe Ihnen fÃ¼r die erste Vorstellung zwei Eintrittskarten reservieren lassen. Bringen Sie einen Freund mit, falls Sie einen haben.&#8221; (G.B. Shaw an Winston Churchill). </p>
<p>&#8220;Bin zur ersten Vorstellung leider verhindert. Komme gerne zur zweiten, falls es eine gibt.&#8221; (Winston Churchill an G.B. Shaw).<!--d6f27340468990bb6b364962791f0066-->
</p>
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		<title>Schlechtwetterwitze, zwei GlÃ¼cksfÃ¤lle &#038; ein bisschen Live-Pause</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2011/02/03/xxx/</link>
		<comments>http://dziuks-kueche.de/blog/2011/02/03/xxx/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 11:24:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Ok, neues Jahr &#038; schon lÃ¤nger nichts mehr geschrieben hier, also wie anfangen? Vielleicht mit einer kurzen Passage aus meines Kumpels Wiglaf Drostes manchmal genial-boshaft-komischer Feder, in diesem Fall anlÃ¤sslich Guido Westerwelles DreikÃ¶nigstagsrede, die auch ich live in der Glotze gesehen hatte (konnte einfach nicht abschalten) - allein schon, weilÂ´s so lustig ist. Ãœberschrift: â€žGuido [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ok, neues Jahr &#038; schon lÃ¤nger nichts mehr geschrieben hier, also wie anfangen? Vielleicht mit einer kurzen Passage aus meines Kumpels Wiglaf Drostes manchmal genial-boshaft-komischer Feder, in diesem Fall anlÃ¤sslich Guido Westerwelles DreikÃ¶nigstagsrede, die auch ich live in der Glotze gesehen hatte (konnte einfach nicht abschalten) - allein schon, weilÂ´s so lustig ist. Ãœberschrift: â€žGuido Westerwelle spricht sich in Stuttgart um Restkopf und Kragenâ€œ. Dann die ersten 2 SÃ¤tze: â€žWenn man Guido Westerwelle sprechen hÃ¶rt und sieht, mÃ¶chte man immer gleich die Eltern sprechen. Meine GÃ¼te, was fÃ¼r UnfÃ¤hige haben denn den zusammenerzogen? (&#8230;)â€œ.<br />
Und was wÃ¤re gegen die mediale DauerprÃ¤senz z.B. so einer Westerwelle - besonders bei schlechtem Wetter - eine bessere Medizin als ein einfach langsam von tief unten heraufsteigendes Lachen? Steht schon irgendwo bei Aristoteles, wenn ich mich nicht irre. So, und jetzt mÃ¶glichst schnell wieder weg von Politik  bzw. den Anfang hÃ¤tten wir.  </p>
<p>Nee, noch was: das Rio-Reiser-Haus in Fresenhagen ist ja verkauft worden, fÃ¼r etwa ne halbe Million, hab ich gehÃ¶rt, &#038; jetzt kommt da eine Art Jugendprojekt rein. Dazu gibt es 2 verschiedene Versionen: nÃ¤mlich die der Erben (Rios BrÃ¼der) &#038; die der Scherben (Rios Band). Letztere werfen den Erben Ausverkauf &#038; Misswirtschaft vor, &#038; diese wiederum antworten damit, dass von jenen - was Fresenhagen betrifft - ja auch nichts wirklich Konstruktives gekommen sei. So in etwa jedenfalls.<br />
Was jedoch nur der Anfang ist; denn je weiter man sich da reinbegibt, desto widersprÃ¼chlicher bzw. haarstrÃ¤ubender wirdÂ´s, ein Wespennest quasi gegenseitiger Beschuldigungen &#038; Gegenbeschuldigungen. Und teilweisem Wieder-VersÃ¶hnens und dann doch auch wieder nicht. Undsoweiter. Und ich will hier gar nicht erst anfangen, mich noch weiter da reinzuverbeiÃŸen, denn das wÃ¼rde ein Buch werden, und die Zeit hab ich nicht.<br />
Fand die Vertreter beider Seiten teilweise sehr sympathisch, aber was nÃ¼tzt das? Obwohl zweifellos die Kohle jetzt bei den Erben ist, aber nichtsdestotrotz auch selbst taz &#038; jungleworld deren AusfÃ¼hrungen gefolgt sind, zumindest was den Hausverkauf betrifft (â€žfinanziell nicht mehr tragbarâ€œ). Und auÃŸer undeutlichem Geraune (z.B. -http://fresenhagenwatch.blogspot.com/2011_01_30_archive.html - wo nichtmal klar wird, wer das eigentlich geschrieben hat) gabÂ´s von der Gegenseite dazu jedenfalls bisher nichts Nennenswertes, was ich in den Weiten des Internets z.B. gefunden hÃ¤tte. Aber wer weiÃŸ, vielleicht kommt ja noch was. Was wiederum bis auf weiteres heiÃŸt: abwarten. Shitsky (polnische Variante des ansonsten bekannten amerikanischen Slangwortes).  </p>
<p>Ansonsten sind im Moment fast alle um mich rum am facebooken, &#038; ich komm eigentlich nichtmal mit meinen mails, meiner homepage oder myspace nach. Geb zu, dass ich mit sowas <em>grundsÃ¤tzlich</em>  immer ein bisschen hintendran (bzw. faul bzw. ein bisschen mitteilungsscheu) bin, aber darum gehtÂ´s ja vielleicht auch gar nicht. Und wenn z.B. Sascha Lobo aber auch <em>genau dieses besinnungslose Dauergebrabbel</em> per se zum Nonplusultra erklÃ¤rt, dann kann ich dem nur entgegenhalten, dass er erstens ein Fachidioten- &#038; Strebergesicht hat, &#038; wie kÃ¶nnte man zweitens jemanden ernst nehmen, der aus marketing-GrÃ¼nden freiwillig &#038; jahrelang eine rote KlobÃ¼rste auf dem Kopf trÃ¤gt? Und an diesem Facebook/Stasi Witz, den man gerade so herumerzÃ¤hlt, kÃ¶nnte auch was dran sein (Frage: â€œWie nannte man Facebook bis vor etwa 21 Jahren?â€œ - Antwort: â€žStasi.â€œ) - Denn solche sog. Facebookrevolutionen wie die am Nil gerade kÃ¶nnten auch sehr leicht in ihr Gegenteil umkippen, d.h. dass all diese Informationen, die jetzt nun mal unwiderruflich im Netz stehen, spÃ¤ter eventuell auch fÃ¼r ganz andere Dinge benutzt werden kÃ¶nnten&#8230; das ist Ã¼berhaupt noch nicht entschieden. Besonders, wenn am Ende eine gewisse Muslim-Bruderschaft den Laden Ã¼bernehmen sollte, siehe Iran 79Â´. Und wir wissen, dass die vor eineinhalb Jahren ihre Massenverhaftungen zum Teil einfach via Facebook vornehmen konnten. (Mist, schon wieder Politik).   </p>
<p>Ansonsten war ich fÃ¼r den GroÃŸteil des letzten Jahres - &#038; jetzt kommen wir zu etwas sehr viel Netterem - ziemlich high (schlechter Ãœbergang, merk ich gerade, aber egal). Der Hauptgrund dafÃ¼r hieÃŸ Annett Louisan, fÃ¼r die ich etwa 13 neue Songs schrob &#038; auch demomÃ¤ÃŸig aufnahm, und einige davon enthalten Stilemente, auf die ich ohne sie nicht so ohne weiteres gekommen wÃ¤re. Und ein bisschen GlÃ¼ck kam dann auch noch dazu (braucht man manchmal beim Schreiben). Und seltsamerweise funktionieren die teilweise auch mit <em>meiner</em> Stimme. Bei manchen Leuten, die man so trifft, funkt halt irgendwas. Naja, Ã¤h&#8230; was heiÃŸt hier Â´funkt`? -<br />
MerkwÃ¼rdige Begebenheit: im Oktober waren wir in Hamburg verabredet, ich bin ein bisschen spÃ¤t dran, ruf sie schlieÃŸlich an, â€žbin jetzt im Hotelâ€œ &#038; so, sie sagt â€žok, ich hol dich in sieben  Minuten abâ€œ, dann steh ich da vor dem Hotel, die StofftÃ¼te mit all meinen Texten fÃ¼r sie in der Hand, zÃ¼nde mir ne Zigarette an &#038; warte. Seh sie schlieÃŸlich die StraÃŸe runterkommen &#038; bemerke gleichzeitig einen irgendwie seltsamen Geruch. Dann gehen wir aufeinander zu, &#038; kurz vor BegrÃ¼ÃŸung sagt sie: â€žÃœbrigens, deine Tasche brennt.â€œ - Ich schau runter &#038; tatsÃ¤chlich: Ã¤h&#8230;  lass alles sofort fallen &#038; trete hektisch die Flammen aus (scheiÃŸ-Zigarettenasche). Es hat die oberen RÃ¤nder der BlÃ¤tter ein bisschen erwischt&#8230; aber wenn angekokelte deutsche Chanson-lyrics kein gutes Omen sind, was dann? Wir lachen. Ziemlich.<br />
Jedenfalls kommt das Album jetzt Anfang MÃ¤rz raus.</p>
<p>BeschÃ¤ftigte mich im Zuge meiner Schreiberei auch immer wieder mal mit franzÃ¶sischen Chansons, u.a. Edith Piaf. Die Leute nannten sie â€žden Spatz von Paris.â€œ Analog dazu ist La Louisan fÃ¼r mich en peu der &#8220;Kolibri von der Elbe&#8221;. Denn an der Elbe ist sie aufgewachsen, hÃ¤lt sich seitdem vorwiegend in Hamburg &#038; Berlin auf, die beide mit diesem Fluss zu tun haben (Havel mÃ¼ndet in Elbe), der im Ã¼brigen dazu neigt, hier &#038; da Ã¼ber die Ufer zu treten. Und Kolibris sind sehr klein &#038; schnell &#038; paradiesvogelhÃ¼bsch, ernÃ¤hren sich fast ausschlieÃŸlich von BlÃ¼tennektar &#038; ihre natÃ¼rlichen Feinde sind Schlangen. Und ungefÃ¤hr analog wiederum dazu wÃ¼sste ich niemanden von unseren (deutschsprachigen &#038; nicht unbedingt selbst-schreibenden) Musik-Prominenten, fÃ¼r den/die ich lieber gearbeitet hÃ¤tte als fÃ¼r sie. Einer der (meiner Erfahrung nach) sehr seltenen GlÃ¼cksfÃ¤lle, bei denen Neigung &#038; Geld ausnahmsweise zufÃ¤llig mal zusammenfallen. Wie schÃ¶n das alles also, â€žspirituell wie finanziellâ€œ (Kinky Friedman). </p>
<p>Ein weiterer Ã¤hnlicher GlÃ¼cksfall ist auch Axel Prahl, den ich als Schauspieler eh bewunderte (&#038; fast mehr noch als fÃ¼r die MÃ¼nsteraner Tatortreihe fÃ¼r Filme wie â€žWillenbrookâ€œ oder das Roadmovie â€žDer Schimmelreiterâ€œ), und der jetzt die Produktion bzw. teilweise Schreiberei seiner ersten CD als SÃ¤nger erstmal in meine sublimen HÃ¤ndchen gelegt hat. VÃ¶llig andere Herangehensweise, denn das ist alles sehr direkt, und da steht der sprachliche Inhalt teilweise meilenweit Ã¼ber der Form (z.B. Reimen). Und was fÃ¼r eine Stimme, die sich da in den letzten Tagen so langsam herausschÃ¤lt! AuÃŸerdem soll ein Symphonieorchester mit dabei sein, auch das eine Herausforderung, denn sowas hab ich noch nie gemacht (â€žLernen, lernen, popernenâ€œ - H. Schneider), und meine Ambition bestÃ¼nde darin, das nicht so enden zu lassen wie dieses typisch-Ã¼bliche Rockband-mit-Orchester-als-SoÃŸe-Scheinkonzept (woÂ´s meistens darum geht, dass mÃ¶glichst ein Zweihundertdreiundsiebzig-Leute-Orchester sowieso nur an eh schon fertigen Bandarrangements kaum hÃ¶rbar <em>entlangsirupt</em> bzw. Hauptsache, das Ganze sieht irgendwie nach der ganz groÃŸen Nummer bzw. die Cellistin sexy aus, wobei ich natÃ¼rlich Ã¼berhaupt nichts gegen sexy aussehende Cellistinnen habe, nur: kÃ¶nnte man dann den Rest nicht einfach weglassen?), sondern im Gegenteil: das Orchester als integraler Bestandteil einer kleinen Band oder umgekehrt. Was auch wiederum teilweise mit franzÃ¶sischen oder italienischen Chansons zu tun haben wird, aber nicht nur. Wird aber alles noch ein bisschen dauern (maybe Herbst). </p>
<p>Womit wir auch bereits bei dem Grund wÃ¤ren, aus dem ich mich in der ersten HÃ¤lfte dieses Jahres live sehr zurÃ¼ckhalten bzw. nur das AllernÃ¶tigste tun werde, wenn Ã¼berhaupt. FÃ¼hlt sich gut an, sich wieder mal mit anderen zu beschÃ¤ftigen, keine Ahnung, vielleicht bin ich ja als Frontsau auch nicht geboren, bin mir nicht sicher. Jedenfalls reichte es trotz meiner 54-JÃ¤hrigkeit bisher noch immer nicht so ganz, meinen KÃ¼nstlerallerwertesten damit wirklich Ã¼ber Wasser zu kriegen. Geschweige denn den meiner Mitmusiker (bzw. die&#8230;  Ã¤h&#8230; aber glÃ¼cklicherweise haben auch alle genÃ¼gend andere Jobs, um nicht darauf angewiesen zu sein). Was natÃ¼rlich andererseits auch nichts heiÃŸen muss (das ist mir schon sehr klar!), aber vielleicht sollte man irgendwann mal damit anfangen, auch ein bisschen praktisch zu denken. Ich meine, ich <em>muss</em> nicht unbedingt vorne stehen, solange das, womit ich mich beschÃ¤ftige (&#038; entsprechende Lebenszeit verbringe), halbwegs meinen Geschmackskriterien oder meiner Vision von Musik/Text/Stimme entspricht. Muss auch nicht unbedingt nur <em>meine</em> Stimme sein, obwohl ich die leider mittlerweile ziemlich gut finde. </p>
<p>Aber vielleicht sind all die CDs &#038; Liveauftritte ja auch erstmal durch eine Art Ãœberdruck entstanden in Ermangelung an Leuten, die zumindest einem Minimum meiner Vorstellungen hÃ¤tten entsprechen kÃ¶nnen oder wollen. Und selbst <em>das</em> wÃ¤re ja vÃ¶llig legitim, und wo (auÃŸer bei den A&#038;Rs groÃŸer Plattenfirmen) steht eigentlich geschrieben, dass jemand, der nun mal ein gewisses Talent fÃ¼r diese Art von Musik hat, fast schon ein Exhibitionist sein <em>muss</em>, um seinen Beruf nicht zu verfehlen? Nee, muss Ã¼berhaupt nicht, denn an solchen Erwartungshaltungen gingen nicht zuletzt Leute wie Nick Drake kaputt, &#038; allein schon deshalb ist das ein ScheiÃŸdreck. Ich meine, weilÂ´s so schade ist, dass man wegen sowas nicht <em>mehr</em> von dem gehÃ¶rt hat. Es gibt halt auch - sagen wir - introvertiertere Gestalten, &#038; mir scheint es Ã¼berhaupt nicht abwegig, dass auch die zu interessanten Ergebnissen kommen kÃ¶nnen. Vielleicht sogar <em>gerade</em> die, solangÂ´s nicht gerade <em>gespielte</em> Introvertiertheit ist. Und ich will hier auch keinen <em>Club der Sensiblen</em> aufmachen, aber ich brauch auch keinen ScheiÃŸ-Coach, wie mir das manche seltsame Existenzen von Zeit zu Zeit nahelegen. Denn weder sind wir hier bei einer Werbeagentur, noch hatte ich je das BedÃ¼rfnis, meine Konzerte zu einer Art power-point-PrÃ¤sentation zu machen. Wir habenÂ´s hier mit Menschen zu tun, die gefÃ¤lligst &#038; bitteschÃ¶n einfach mÃ¶glichst natÃ¼rlich sein bzw. sich Dingen hingeben sollten, die sie mÃ¶glichst am liebsten tun &#038; demzufolge (hoffentlich) auch ziemlich gut kÃ¶nnen. Das ist alles, was ich verlange, das seh ich als mein Grundrecht an, &#038; das ist weder arrogant noch sonst irgendwie schrÃ¤g, sondern im Gegenteil vielleicht sogar die einzige schÃ¶ne Chance, die man hat, und gerade die BÃ¼hne ist ein Ort, der - aber eben fast immer nur zufÃ¤llig - wunderbare &#038; Ã¼berraschende Dinge freilegen kann, und jedem, der mir was anderes zu erzÃ¤hlen versucht, von jetzt &#038; bis in alle Ewigkeit ein herzliches: fuck off! Amen. </p>
<p>Und ich bin auch gerne Teil von etwas anderem, solang es nichts ist, wobei sich einem schon von weitem die ZehnÃ¤gel krÃ¼mmen. Und meine AnsprÃ¼che sind nunmal ein bisschen eigen oder mit einem vergleichsweise empfindlichen Sinn fÃ¼r Peinlichkeiten versehen. Und es gibt so viele Faktoren im sog. MusikgeschÃ¤ft, die stÃ¶rend oder entmutigend sein kÃ¶nnen (ja sogar ziemlich viele, wenn nicht sogar manchmal <em>erschlagend</em> viele), und dagegengesetzt hÃ¤tte ich dann in o.g. Fall einfach ein paar Jahre lang &#038; in komplett sog. selbstausbeuterischem Alleingang das, was ich mit Unpeinlichkeit z.B. konkret meinte. Was sich dann im Laufe der Zeit irgendwie verselbststÃ¤ndigte. Und offensichtlich findet man auch Echos, mit denen man so nicht gerechnet hÃ¤tte&#8230; &#038; die ich jetzt erstmal ein bisschen ausloten will. Man â€žschreytâ€œ halt â€žin den Waldâ€œ (Johann Peter Hebel oder sowas) &#038; weiÃŸ nie, wer (&#038; vor allem<em> wann</em> ) darauf antworten wird. Und der dabei wirkende Mechanismus scheint der zu sein, dass es unter solchen UmstÃ¤nden ganz unbedingt Leute oder Dinge sein werden, die einem auch selbst mindestens sympathisch sind. Was andererseits natÃ¼rlich auch schon immer so passiert ist, aber eben bisher nicht bei derartig hohen, Ã¤h&#8230; kommerziellen Hausnummern. Im Grunde also eigentlich alles sehr einfach. Oder sagen wir: ich hoffe einfach mal, dass es so ist. </p>
<p>Epilog: weitere eigene Auftritte also erst (dafÃ¼r aber definitiv &#038; verstÃ¤rkt) ab Herbst wieder. Das nÃ¤chste Album dann ein bisschen spÃ¤ter. Und bis dahin bleibt ja immer noch der kommende Gig im Quasimodo am 18.02., immerhin 15-jÃ¤hriges Band-JubilÃ¤um, ist doch auch was.<!--91ec3e0a3664220cc964a4ab34fc5eb0--><br />
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		<title>Ein Anruf wegen Mitch, Trivial Persuit &#038; Rio revisited</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 22:34:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>â€žWir mÃ¶gen mittlerweile nicht mehr in der Lage sein, auch nur ein paar gerade SÃ¤tze in der Garderobe oder sonstwo zu wechseln, aber wir sind jetzt nach 25 Konzerten vor allem in der Lage, heute abend eine gute Show auf die Bretter zu legen, und darum gehtÂ´s ja hier schlieÃŸlichâ€œ, sagte Mitch Ryder zu seinem Publikum gestern am letzten Tourtag in SchÃ¶neiche bei Berlin Ã¼ber sich und seine Band Engerling. Bzw. auch Ã¼ber mich, denn die  letzten 12 Tage war ich als Aushilfe dabei, weil Boddi, Keyboarder der Band, krank geworden war. </p>
<p>Hatte vorletzten Dienstag gegen 18 Uhr einen Anruf gekriegt, ob ich nicht deshalb am nÃ¤chsten Tag den Rest ihrer Tournee mitspielen kÃ¶nne&#8230; Mitch Ryder, Himmel!!! -<br />
Ich bat um 20 Minuten Bedenkzeit, raufte mir ein ein bisschen die Haare bzw. rannte ein paar WÃ¤nde rauf und runter, denn eigentlich hatte ich - ausgerechnet <em>gerade jetzt - gar</em> keine Zeit.<br />
Aber es handelte sich hier um einen meiner raren Helden aus den beschissenen 80ern (pardon), und so eine Gelegenheit wÃ¼rde sich mit Sicherheit so schnell nicht nochmal ergeben. Nach einer Viertelstunde beschloss ich also, alles andere liegen &#038; stehen zu lassen, rief zurÃ¼ck &#038; sagte zu. </p>
<p>Das nÃ¤chste, woran ich mich erinnere, ist die Abfahrtszeit gegen 8:30 Uhr am folgenden Morgen (hatte etwa 3 Std. lang geschlafen)&#8230; und dann versuche ich auf der RÃ¼ckbank eines VW-Busses (Nichtraucher!) auf der Fahrt von Berlin nach NÃ¼rnberg mithilfe eines CD-Spielers ein knapp 3-stÃ¼ndiges Programm zu lernen. 2 Sitze vor mir Mitch Ryder, aber keine Zeit (oder Gelegenheit oder beides), irgendwas zu sagen. Als wir dann abends in NÃ¼rnberg auf die BÃ¼hne gehen, bin ich mit meinen Notizen <em>fast</em> durch. Allerdings dann kaum in der Lage, ihnen auf der BÃ¼hne auch zu folgen, zumal auch die Keyboards nicht meine eigenen sind bzw. ich erstmal lernen muss, wie die Ã¼berhaupt funktionieren.<br />
Auch am nÃ¤chsten Tag gehe ich noch immer ein bisschen auf dem Zahnfleisch, aber am Tag darauf fÃ¤ngtÂ´s bereits an, SpaÃŸ zu machen, denn ich hab das Zeugs jetzt halbwegs im Griff &#038; bin entspannt genug, endlich auch dieser Stimme zuzuhÃ¶ren beim Spielen. </p>
<p>Ich weiÃŸ nicht, aus welchen tektonischen Schichten der Erde Herr Ryder diese Stimme hervorholt, aber es ist pure Lava, die da aus ihm herauskommt. Ich glaub, ich kÃ¶nnte diese Stimme  monatelang begleiten, ohne dass es mir auch nur eine Sekunde langweilig wÃ¼rde. Sie kann schreien, flÃ¼stern, streicheln, fluchen, drohen &#038; beiÃŸen wie eine Klapperschlange, die ganze Palette,  und behÃ¤lt dabei doch immer dieses eigentÃ¼mliche Timbre, das durch einen  durchgeht wie ein Messer durch Butter. Und vor allem kann sie - das Wichtigste ist man bei all dem fast geneigt zu vergessen - singen. </p>
<p>Und zwischendurch erklÃ¤rt der Mann dann noch verblÃ¼ffenderweise Ã¤uÃŸerst zuvorkommend &#038; vernÃ¼nftig in ein paar gut gewÃ¤hlten Worten dem Publikum z.B. historische ZusammenhÃ¤nge seiner Art von Stilistik. Oder macht sich sogar charmant zum Affen, indem er ein paar TÃ¤nzchen aus den roaring 60ties andeutet. Man merkt zwar jede Sekunde, dass er auch ganz anders kÃ¶nnte, aber wir habenÂ´s hier mit dem Ausnahmefall eines KÃ¼nstlers zu tun, der tatsÃ¤chlich aufrichtig eine Beziehung zu seinem Publikum sucht. Wie seltsam. </p>
<p>Also wie gesagt, der Mann ist ein Vulkan - und bewegt sich auf der BÃ¼hne, wie Vulkane das eben auch in der Regel tun: nÃ¤mlich fast gar nicht. Was bei ihm - wie auch immer - eine Aura von WÃ¼rde &#038; gelassener VirilitÃ¤t erzeugt. Auch das verblÃ¼ffend. Im Gegensatz dazu dann die fast femininen HÃ¤nde, mit denen er knapp hier &#038; da das ein oder andere Wort unterstreicht oder illustriert. Ein bisschen wie chinesisches Theater, woÂ´s auch drauf ankommt, sich mÃ¶glichst wenig zu bewegen, wodurch selbst kleinste Gesten plÃ¶tzlich eine sehr groÃŸe Bedeutung bekommen. </p>
<p>Ãœberhaupt ist der ganze Typ das Gegenteil von Gehampel oder Comedy-Quatsch, immer sofort auf dem Punkt, kurz angebunden &#038; mit einem leicht unwirschen &#038; ziemlich sarkastischen Sinn fÃ¼r Humor. Kein GeplÃ¤nkel, keine Gefangenen. Der wÃ¼rde so einen Nassforschling wie Oliver Pocher problemlos mit 2 NebensÃ¤tzen ungespitzt in den Boden rammen, wenn die beiden denn dieselbe Sprache sprÃ¤chen. Schade eigentlich. Andererseits wirdÂ´s zu dieser Begegnung eh nie kommen, &#038; insofern dann auch wieder egal. </p>
<p>So, und jetzt bin ich schlieÃŸlich wieder hier nach dieser kleinen Reise auf den Mond &#038; zurÃ¼ck, alles scheint beim alten, die Kneipen dieselben, die Leute &#038; GesprÃ¤chsthemen auch, nur bei mir selbst bin ich mir da nicht so sicher.  </p>
<p>SÃ¤ue werden durchs Dorf gejagt, Debatten vom Zaun bzw. aus ZeitgrÃ¼nden mittendrin wieder abgebrochen, denn es geht eh alles zu schnell bzw. deshalb auch erstmal darum, die Fresse mÃ¶glichst weit aufzureiÃŸen, egal womit (&#038; nach dem Prinzip: irgendwas wird schon hÃ¤ngen bleiben) und in der Zwischenzeit spielen wir alle Trivial Persuit. Horizontales &#038; ziemlich nutzloses BlÃ¶dwissen, man ahmt psychologisch Computer nach, die uns darin auf ewig &#038; zunehmend sowieso immer haushÃ¶her Ã¼berlegen sein werden.</p>
<p>Computer kÃ¶nnen nicht fÃ¼hlen, aber man kann sie gebrauchen. Das ist alles, jedenfalls fÃ¼r mich.  Sie beinhalten keine neue Philosophie oder irgendwas in der Richtung, sondern sind einfach nur etwas wie die Erfindung des Telefons. Sie Ã¤ndern nichts an grundsÃ¤tzlichen Konflikten von Menschen, sie gehen nicht in die Tiefe oder in irgendwelche HÃ¶hen, sie lÃ¶sen nichts von selber. Sie sind einfach nur horizontal gebrauchswertig. Wen die MÃ¶glichkeiten zu sehr berauschen, der vernachlÃ¤ssigt Inhalte oder die Vertikale, um im Bild zu bleiben.</p>
<p>Sicher sind die MÃ¶glichkeiten phantastisch, aber wozu? Man kann etwas Gutes oder etwas Schlechtes unter die Leute bringen (&#038; natÃ¼rlich alles dazwischen), nur mittlerweile halt in atemberaubender Geschwindigkeit und Potenz. Und geredet wird vor allem Ã¼ber Letzteres, wobei QualitÃ¤tskriterien auf der Strecke bleiben. Auch nur ansatzweise Ã¼ber Substanz zu reden, gilt zunehmend als verdÃ¤chtig (denn das Medium ist  ja bereits die Substanz, haha), kÃ¶nnte einem ja auch Chancen verbauen, aber worauf eigentlich? - Nein, da haben wir lieber schÃ¶n die 3 Milliarden Fakten wie Zinnsoldaten einer unsichtbaren Armee gleichwertig nebeneinander stehen, und wer davon am meisten automatisch abrufen kann, wird MillionÃ¤r bei GÃ¼nther Jauch. Wobei diese Chance ja nun wirklich verschwindend gering ist.<br />
Keine gute Wette, wÃ¼rd ich sagen.   </p>
<p>Im Moment seh ich Ã¼berall Westernhagen an den WÃ¤nden: â€žWir haben die Schnauze vollâ€œ heiÃŸt seine neue Single. Wovon eigentlich? Von der Werbung, die er freiwillig fÃ¼r die Bildzeitung macht?  </p>
<p>Vor etwa 3 Monaten jetzt war ich ins Rio Reiser-Haus in Fresenhagen eingeladen, um mit Roman Kretschmer ein paar von Rios Liedern zu seinem Geburtstag spielen. Und auch ein paar von meinen. WÃ¤hrend ich da so gen Norden fuhr, hÃ¶rte ich im Autoradio eine Warnung nach der anderen vor dem â€žSturmtief Daisyâ€œ, weswegen man auch auf gar keinen Fall durch eben die Gegend fahren sollte, durch die ich gerade fuhr. Die StraÃŸen seien vÃ¶llig vereist, hieÃŸ es, und man mÃ¼sse mit gefÃ¤hrlichen SturmbÃ¶en &#038; Schneewehen rechnen, wÃ¤hrend mein Auto &#038; ich unter sternenklarem Winterhimmel auf vÃ¶llig trockenen StraÃŸen dahinrauschten, zauberhaft. Durch schneeverwehte Landschaften, Feen hinter den BÃ¤umen, (jawohl), aber die hatten nichts mit den StraÃŸen zu tun. Naja, zumindest nicht mit der Autobahn. Ich glaube, Radioleute lieben Katastrophenmeldungen. </p>
<p>Und am Ende bieg ich von der LandstraÃŸe in diesen kleinen Weg zu Rios Haus ein &#038; es ist jetzt <em>nur</em> noch glitzefunkelnder Sternenschnee Ã¼berall &#038; vollkommene Stille &#038; ich mach das Fenster weit auf &#038; atme die KÃ¤lte ein &#038; rauch noch eine, bevor das Haus da mit seinen einladenden Lichtern langsam vor mir auftaucht. </p>
<p>Drinnen dann ist die AtmosphÃ¤re sachlicher, wir proben, Gert MÃ¶bius kommt dazu &#038; gibt wie aus dem Nichts plÃ¶tzlich Regieanweisungen zu Rios Liedern. Es kommen ein paar sehr schÃ¶ne Sachen dabei heraus, und zwischendurch denk ich, wenn ich so einen Ã¤lteren Bruder gehabt hÃ¤tte, dann wÃ¤r ich wahrscheinlich auch sehr viel frÃ¼her in der richtigen Spur gewesen.<br />
SchlieÃŸlich ruf ich noch jemanden an &#038; fall danach erschlagen ins Bett. </p>
<p>Am nÃ¤chsten Tag haben sie da eine Tagung des Rio-Vereins, ich hab keinen Schimmer, worum es geht, interessiert mich auch zunÃ¤chst mal nicht, denn ich will nur mit Roman noch mal ein paar Sachen vom Vorabend proben. Geht aber nicht, weil sich die Tagung in die LÃ¤nge zieht (&#038; das passiert natÃ¼rlich genau in dem Raum, wo wir geprobt haben), es herrscht ne Stimmung wie auf einer SPD-Ortsvereins-Sitzung oder so Ã¤hnlich, kein Platz fÃ¼r Lyrik, Ã¤h.<br />
Und dann, als es vorbei ist, nehmen die Vereinsmitglieder ihr wohlverdientes Essen natÃ¼rlich auch in genau dem Raum ein, in dem wir jetzt zu proben anfangen. Wir versuchenÂ´s ein bisschen, doch als wir dann mit einer hochdramatischen Version von Zauberland anfangen, merken wir, dass das nicht geht, wÃ¤hrend die noch beim Essen mit ihrer Vereinstagung beschÃ¤ftigt sind. Der ein oder andere summt halbinteressiert mit, aber das ist nicht die Stimmung, in der man Rios Songs nochmal durchgehen sollte. Gut, wir brechenÂ´s also ab &#038; lassen ab da den Abend einfach auf uns zukommen. Eigentlich auch erstmal nicht schlecht.  </p>
<p>Und dann ist wie von Zauberhand plÃ¶tzlich alles verwandelt, wie und wann genau, weiÃŸ ich nicht. Nicht nur das CafÃ© Junimond (bzw. unser Proberaum), sondern auch die Leute, die ganze Stimmung im Haus. DrauÃŸen ist es inzwischen dunkel geworden, Tische werden umgestellt &#038; Kerzen angezÃ¼ndet, auch auf den Fluren, durch die die erwarteten Besucher umgeleitet werden, um zum Zentrum des Geschehens zu gelangen. Was eben noch ein nÃ¼chterner Vereinstagungsraum war, ist jetzt zu einem magischen kleinen Festraum geworden. Durch die Fenster kann man die ersten Besucher sich nÃ¤hern sehen in Form von Autoscheinwerfern in der  Schneelandschaft, und auch das hat etwas mÃ¤rchenhaftes. Aus SpaÃŸ zÃ¼nde auch ich ein paar Kerzen auf einem der Flure an, und eine Frau neben mir sagt: â€žEs gibt doch nichts SchÃ¶neres als ein Licht anzuzÃ¼nden, oder?â€œ - Mh.  </p>
<p>Roman fÃ¤ngt an, aber die Stimmung ist ein biÃŸchen sehr salbungsvoll. Er macht seine Sache eigentlich ganz gut, indem er meist Texte aus Rios TagebÃ¼chern liest, die sich dann abwechseln mit ein paar von Rios Liedern, zu denen ich ihn begleite. Ich spÃ¼re eine leichte Unruhe bei einigen ZuhÃ¶rern, kann sie aber nicht genau orten, und schlieÃŸlich zerscheppert direkt neben meinem Epiano ein Weinglas. Ich schau hin und sehe ein PÃ¤rchen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Grinsen des Typen jetzt als HÃ¤me oder einfach nur einen etwas polterigen Sinn fÃ¼r Humor deuten soll. Ich beschlieÃŸe zweiteres, denn Rio war ja nun auch nicht immer der Leiseste oder Lyrischste , aber Roman unterbricht ein paar Momente spÃ¤ter seinen Vortrag &#038; macht ihn vor allen zur Sau. Etwa die HÃ¤lfte der Leute applaudiert. Danach ist es natÃ¼rlich ruhiger, aber diese Ruhe ist jetzt auch nicht gerade mehr entspannt. In meinem eigenen zweiten Set dann versuche ich, dem entgegenzuarbeiten, indem ich mich zunÃ¤chst vÃ¶llig zurÃ¼cknehme. Ich weiÃŸ allerdings auch, dass ich mich auf die Wirkung meiner WÃ¶rter verlassen kann, man muss denen gar keine groÃŸen Emotionen hinzufÃ¼gen, im Gegenteil, sie wirken manchmal umso mehr, je mehr man sich selbst  zurÃ¼cknimmt. Funktioniert auch diesmal, und schlieÃŸlich komme ich auch aus mir raus &#038; es gelingt mir sogar, ein biÃŸchen zu zaubern, &#038; am Ende singt Roman dann noch Junimond, bzw. alle singen mit, hier ist endlich das GeburtstagsstÃ¤ndchen an der exponiertesten Stelle des Abends, zufÃ¤llig sehr passend, denn aus diesem Grund sind wir ja nicht zuletzt auch alle hier. SchÃ¶n, das, obwohl ichÂ´s mit dem Mitsingen &#038; Wunderkerzen ansonsten eigentlich nicht so habe. Aber das hier ist eine Ausnahme. </p>
<p>Nach ein paar Zugaben verwandelt sich der kleine Festsaal in eine schnurrig-schÃ¶ne &#038; leicht hippie-eske Landkneipe, wo noch bis in die frÃ¼hen Morgenstunden getagt wird. Gerd zeigt mir zwischendurch Rios Arbeitsraum, das weiÃŸe Klavier, den Tisch in der Mitte, ringsum all die BÃ¼cher, eine Kiste mit Schallplatten. Sie haben das Zimmer gestrichen, aber ansonsten so gelassen, wie es war, &#038; seltsam, sagt Gert, es riecht immer noch genau so wie vor 14 Jahren. Er klappt das Klavier auf, spielt ein paar TÃ¶ne. Ich rÃ¼hr es nicht an, weiÃŸ auch nicht, warum. </p>
<p>Die AtmosphÃ¤re des Raumes erinnert mich an einen Traum, den ich vor 30 Jahren in meiner abgerissenen Rotterdamer Zeit mal hatte, in dem es um meinen alten Deutschlehrer und einen Textauszug ging, den er mir zeigen wollte, der grundlegend sein sollte fÃ¼r gewisse philosophische Fragen (Ã¤h, wie jetzt!?), geheimnisvoll &#038; gleichzeitig aber auch auf eine existenzialistische Art kÃ¼hl, sehr intellektuell und wie in einem dieser frÃ¼hen sagenhaften Cocteau-Filme leicht neblig schwarzweiÃŸ. Leider bin ich damals aufgewacht, bevor er mir den Text zeigen konnte&#8230; dann sind wir in der WohnkÃ¼che, und Gert sagt, meine Art, mit Texten umzugehen sei Ã¤hnlich wie die von Rio bzw. letzterer hÃ¤tte bestimmt seinen SpaÃŸ gehabt mit einigen meiner Reime, und das sei schlieÃŸlich auch einer der GrÃ¼nde, warum er ausgerechnet mich eingeladen habe. Bin gerÃ¼hrt &#038; einen Moment lang stolz. WeiÃŸ nicht so richtig, was ich sagen soll. </p>
<p>Vergesse, ihm von dem Film zu erzÃ¤hlen, den ich vor ein paar Jahren mal hier auf einem Sommerfestival gesehen hatte, in dem mich Rio - und das mag vermessen klingen - plÃ¶tzlich extrem an mich selber erinnerte. Ich dachte, das bin ja <em>ich</em> da auf der BÃ¼hne im Film; hatte das GefÃ¼hl, jeden seiner Gedanken sofort zu erraten. Und das bei jemandem, den ich nie versucht hatte zu imitieren. Ich meine, im Gegensatz zu Dylan z.B. (aber diese Phase ist lange vorbei, &#038; was davon Ã¼brig ist, benutze ich einfach als Werkzeug) , bei dem ich mich noch immer manchmal frage, wie man das wohl macht: so einer zu sein. Keine Antwort bis heute. Und im Gegensatz dazu schien Rio mir eben plÃ¶tzlich wie eine Parallele, fast durchsichtig. Der Unterschied allerdings: er drÃ¼ckte sich einfacher aus, ein Mann des Volkes sozusagen, zumindest wollte er das auf seine Art sein. Eine gewisse SchlageraffinitÃ¤t, er schreckte nichtmal zurÃ¼ck vor Zusammenarbeit mit NervensÃ¤gen wie Marianne Rosenberg. Ich glaub, er suchte auf allen mÃ¶glichen Gebieten, experimentierte. Sogar mit deutschen Volksliedmotiven, vor denen ich, obwohl 7 Jahre jÃ¼nger, noch sehr viel spÃ¤ter schreiend davongerannt wÃ¤re. Das war fÃ¼r mich alles zu infiziert mit einem Geruch, mit dem ich nichts zu tun haben wollte. Mittlerweile seh ich das - zumindest teilweise - anders. Aber auch seine seltsamen Alben mit Sequenzer-Experimenten (auf dem damaligen Stand) bzw. seine Zusammenarbeit mit all diesen hochprofessionellen &#038; auf Geld fixierten Studio-Cracks bei den meisten seiner sonstigen Alben wollten mir ne zeitlang aber auch sowas von Ã¼berhaupt nicht einleuchten. Was wollte er denn mit denen&#8230;vielleicht liegtÂ´s daran, dass er Zeit seines Lebens immer inmitten von irgendwas war (seien es politische Bewegungen oder eben auch Studiomusiker), wÃ¤hrend ich mir immer relativ auÃŸen vor meinen Reim auf die Welt machte (hat halt alles seine Vor- und Nachteile). </p>
<p>Mittlerweile verstehe ich auch das anders, nÃ¤mlich dass er mÃ¶glicherweise einfach versuchte, sich der quasi angesagten Mittel seiner Zeit zu bedienen, um mÃ¶glichst viel Zeit &#038; Platz fÃ¼r das Wichtigste zu haben, nÃ¤mlich zu sagen, was er eigentlich sagen wollte. Eh ausgestattet mit einer Stimme (&#038; Emotion), mit der er Ausschnitte aus TelefonbÃ¼chern hÃ¤tte singen kÃ¶nnen &#038; dabei immer noch glaubhafter rÃ¼bergekommen wÃ¤re als die meisten seiner deutschsprachigen &#8220;Kollegenâ€œ. Was brauchte ihn da die Produktion groÃŸ zu scheren, da hielt er sich lieber in der KÃ¼che auf &#038; kochte fÃ¼r alle &#038; fuck it. Bei den Platten von Rio abstrahiere ich Ã¤hnlich wie bei denen von Warren Zevon: ich hÃ¶r einfach nur der Stimme zu bzw. der Grundidee &#038; ziehe davon den sterilen Sound ab. Und stell mir ab &#038; zu mal vor, wie das hÃ¤tte klingen kÃ¶nnen, wenn er bei der Auswahl seiner Produktions-Umgebung vielleicht ein glÃ¼cklicheres HÃ¤ndchen gehabt hÃ¤tte. Naja, man kann nicht alles haben &#038; die Zeit ist knapp. </p>
<p>Gert erzÃ¤hlt mir, dass er seine Songtexte - Ã¤hnlich wie sein Tagebuch - meistens in einem Zug schrieb, und es gibt kaum Verbesserungen oder Durchgestrichenes in seinen Notizheften. Auch das ist bei mir ziemlich anders: ich brauch manchmal Jahre, um irgendwas fertigzustellen, meistens jedoch ein paar Tage pro Song, und da gibtÂ´s dann oft seitenlang Durchgestrichenes oder Korrigiertes, bis sich die endgÃ¼ltige Form schlieÃŸlich herausschÃ¤lt. Womit ich natÃ¼rlich vorlÃ¤ufig endgÃ¼ltig meine, denn endgÃ¼ltig ist ja nie irgendwas, andererseits man ja auch zu Potte kommen muss. Aber dass irgendwas direkt &#038;  aus einem Moment heraus passiert, ist bei mir selten. Die Grundidee &#038; vielleicht sogar die HÃ¤lfte des Textes, ja&#8230; aber alles? - Puhh&#8230; dazu muss man fast schon ein Genie sein, oder zumindest jemand, der sehr viele Stimmen sehr schnell in ihrer Essenz zusammenfassen &#038; auf den Punkt bringen kann, und zwar mÃ¶glichst noch inmitten von Turbulenzen, bei denen jedem anderen der Kopf im Quadrat rotieren wÃ¼rde. Dylan konnte sowas, Cohen nicht. Auch der brauchte lange fÃ¼r seine Texte. Und vielleicht hatte Rio in dieser Hinsicht Ã„hnlichkeiten mit dem frÃ¼hen Dylan, wenn auch sehr viel simpler gestrickt, aber genauso dyonysisch, voll von glÃ¼cklichem Chaos &#038; Weltvertrauen, und wehe, wenn das ins Wanken geriet, diese Art von Alles-oder-Nichts-Typ. AberglÃ¤ubisch, mystisch, frÃ¼hchristlich, kommunistisch, schwul &#038; was-nicht-sonst-noch-alles, aber mit dem Herz eines Boxers &#038; dem Maul eines LÃ¶wen. Von sowas haben die meisten Leute schlicht keine Ahnung, da gehen sie auf Abstand, das ist ihnen nicht ganz geheuer, und vielleicht tun sie daran auch tatsÃ¤chlich gut, was ihre eigene vordergrÃ¼ndige Gesundheit betrifft. Und vielleicht ist auch das mit ein Grund, warum er nicht der VolkssÃ¤nger wurde, der ihm selber vorschwebte; diesem einzigen deutschsprachigen SÃ¤nger, der mich in bestimmten Situationen ohne Vorwarnung zum Weinen bringen kann. </p>
<p>Dann reden wir Ã¼ber seine letzte Tour. Und da ist dann dieser Konzertveranstalter Wolfgang Schubert, den man gebeten hatte, nicht mehr als 5 Konzerte nacheinander zu buchen, einfach weil Rios Gesangsstil sehr anstrengend war, mehr ging nicht. Und was macht diese KnalltÃ¼te? Bucht 13 (!) Konzerte hintereinander &#038; setzt ihm obendrein noch diese Chaoskapelle Knorkator ins Vorprogramm, die ihm permanent  in der Garderobe auf dem Kopf rumtanzt. Also nach diesen 13 Gigs kann Rio schlieÃŸlich nicht mehr &#038; liegt in einem Hotelbett in Berlin &#038; sagt den Gig dort bzw. die restlichen Konzerte ab. Dann verzieht er sich nach Fresenhagen &#038; erfÃ¤hrt nach einiger Zeit, dass er auf dieser Tournee Ã¼berhaupt nichts verdient hat. Nicht nur wegen der Gagen an Knorkator, von denen vorher Ã¼berhaupt nicht die Rede gewesen war, sondern auch wegen schlichten Betrugs, der diesem Schubert zwar spÃ¤ter vor Gericht nachgewiesen wird, aber da ist Rio bereits RIP. MÃ¶glicherweise hat ihm das (bei seinen dazukommenden Schulden) den Rest gegeben, vielleicht auch nur einen winzigen Moment lang, aber den entscheidenden, wer weiÃŸ. Und wer weiÃŸ, was er noch alles so angestellt hÃ¤tte, wÃ¤re er wieder zu KrÃ¤ften gekommen. Denn auch darin war er sehr gut. Genau wie sein Geist, der mit der Zeit seit seinem Tod tatsÃ¤chlich stÃ¤rker geworden ist. &#8220;Muss ich erst krepieren, bevor hier jemand meinen Wert begreift?&#8221; soll er mal gebrÃ¼llt haben. </p>
<p>Jedenfalls sind die GÃ¤stezimmer jetzt nach Songs von ihm benannt. Meins heiÃŸt â€ž4 WÃ¤ndeâ€œ: </p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 Wande,<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich.<br />
Die mich schÃ¼tzen vor Regen und Wind,<br />
wo ich nur sein muÃŸ, wie ich wirklich bin.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde,<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich.<br />
Eine Wand fÃ¼r mein Klavier, eine Wand fÃ¼r ein Bild von dir,<br />
eine Wand fÃ¼r eine TÃ¼r, sonst kommst Du ja nicht zu mir.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde,<br />
ich brauch meine 4 Wande fÃ¼r mich.<br />
Eine Wand fÃ¼r ein Bett, nicht zu klein,<br />
eine Wand fÃ¼r den Tisch mit dem Wein,<br />
eine Wand fÃ¼r den Sonnenschein,<br />
denn bei mir soll&#8217;s nicht dunkel sein.</p>
<p>4 WÃ¤nde, meine 4 WÃ¤nde<br />
ich brauch meine 4 WÃ¤nde fÃ¼r mich. </p>
<p>Es ist schÃ¶n, in so einem Zimmer zu liegen. Man fÃ¼hlt sich beschÃ¼tzt, wÃ¤hrend drauÃŸen - da, wo Rio mit seinem LÃ¶wenherz &#038; seinem Kinder-GemÃ¼t Wache zu halten scheint - mittlerweile ein eisiger Wind ums Haus fegt.   </p>
<p>Vielleicht nicht mehr lange, denn das Anwesen soll verkauft werden. Es trÃ¤gt sich nicht mehr, zuviele Unkosten &#038; zuwenig zahlende GÃ¤ste. Zwar ist eigentlich alles fertig dort, GÃ¤stezimmer, TagungsrÃ¤ume, ne hÃ¼bsche KÃ¼che, Museum, Musikstudio, ein grÃ¶ÃŸerer &#038; ein kleinerer Auftrittsort (Winnetous Garage &#038; CafÃ© Junimond), beide wunderschÃ¶n. Plus ein riesiges WiesengelÃ¤nde drumherum fÃ¼r Festivals &#038; was sonst noch alles. Nur geht ihnen halt die Puste aus. Und jÃ¼nger werden Rios BrÃ¼der mit den Jahren auch nicht gerade.<br />
HÃ¶re - synchron dazu &#038; wie auf Bestellung - sofort ein paar aufgebrachte Stimmen aus der Fundifraktion mal wieder<em>&#8220;Verrat&#8221;</em> schreien; wÃ¼rde ihnen gerne zart zu bedenken geben, dass es <em>schon noch</em> einen Unterschied macht, ob man sich auf dem Umsonst-Sommerfestival da drauÃŸen einmal jÃ¤hrlich nach Herzenslust besÃ¤uft, oder ob man so einen Laden Jahr fÃ¼r Jahr in dieser ansonsten einzugsstatistischen Voll-Pampa am Laufen halten muss. Oder neutraler: ob man selber was beitrÃ¤gt oder nur herummosert, dass andere zu wenig tun.<br />
Und warum gibtÂ´s eigentlich nicht ein paar von Rio immer so vollmundig lobenden GroÃŸverdienern, die das alles mal fÃ¼r ein paar Wochen mieten wÃ¼rden, und zwar zu einem mÃ¶glichst angemessenen Preis, den sie auch woanders zahlen wÃ¼rden, wenn sie mit ihren Bands z.B. ein bisschen in Klausur gehen fÃ¼r ihre jeweiligen neuen Produktionen? Versteh ich nicht, denn der Ort wÃ¤re ideal. Ich  fÃ¼r meinen Teil kannÂ´s mir leider nicht leisten, was sehr schade ist, denn da herrscht eine AtmosphÃ¤re, die man anderswo lange suchen kann. Es sei denn, man mÃ¶chte Rio nachts lieber nicht begegnen. Was ich dann andererseits bei den meisten meiner lieben deutschsprachigen Kollegen wiederum nur allzu gut verstehen kÃ¶nnte. WÃ¼rde mir vielleicht auch so gehen, wenn ich sie wÃ¤re. </p>
<p>Nun hofft man, dass der KÃ¤ufer - wer auch immer das sein wird - das Ganze im bisherigen Sinne fortfÃ¼hrt. Naja, also ich hoffe mit.</p>
<p>Nachtrag (o3.o8.): neulich lief ich zufÃ¤llig 2 der alten Scherben Ã¼ber den Weg, &#038; das Ganze endete sehr sympathisch &#038; schÃ¶n betrunken vor einer dieser Kneipen hier. Allerdings bin ich mir seitdem nicht mehr sicher, ob meine Zeilen zumindest Ã¼ber den Verkauf von Fresenhagen nicht<br />
mit einem sehr groÃŸen Fragezeichen versehen werden sollten. Was ich - bis auf weitere Recherchen - hiermit quasi zunÃ¤chst zu bedenken bitten mÃ¶chte. </p>
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		<title></title>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 22:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<title>AutoritÃ¤ten, BÃ¤ume, KÃ¼nstler, Mythen.</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2009/04/30/autoritaten-baume-kunstler-mythen/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 11:34:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[Hier eine weitere Exklusiv-Ãœbersetzung (liebe 137 Freunde), diesmal ein Auszug aus Henry Millers Essay â€žKrishnamurtiâ€œ (The books in my life)*.  Allein die Konstellation: einer der grÃ¶ÃŸten literarischen Freigeister des letzten Jahrhunderts redet Ã¼ber jemanden, den manche vielleicht als â€žspirituellen Lehrerâ€œ bezeichnen wÃ¼rden (also quasi das Gegenteil, was aber in zentralen Punkten an der Sache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier eine weitere Exklusiv-Ãœbersetzung (liebe 137 Freunde), diesmal ein Auszug aus Henry Millers Essay â€žKrishnamurtiâ€œ (The books in my life)*.  Allein die Konstellation: einer der grÃ¶ÃŸten literarischen Freigeister des letzten Jahrhunderts redet Ã¼ber jemanden, den manche vielleicht als â€žspirituellen Lehrerâ€œ bezeichnen wÃ¼rden (also quasi das Gegenteil, was aber in zentralen Punkten an der Sache vorbeigeht); und wenn ich drÃ¼ber nachdenke, als was man Jiddu Krishnamurti denn sonst so bezeichnen kÃ¶nnte (neulich schrob ich â€žindischer Philosophâ€œ, aber auch das trifftÂ´s nicht wirklich), steh ich ebenfalls vor ner Wand: ich glaube, dass er schlicht zur Kategorie derer gehÃ¶rt, die man nicht begrifflich eingrenzen kann, ohne ihnen Gewalt anzutun; bei denen man so verdammt aufpassen muss, was man Ã¼ber sie sagt, dass man in der Regel einen groÃŸen Bogen um das Thema macht. Nicht, weil es uninteressant wÃ¤re, sondern weil man nichts Falsches sagen mÃ¶chte. Und das tu ich auch jetzt nicht, sondern Ã¼berlasse einfach Henry Miller das Feld, soll <em>er</em> sehen, wie er damit klarkommt, das ist ab jetzt seine Sache (ein AusweichmanÃ¶ver, sicher, aber immerhin eines, das dieses Thema zumindest aufÂ´s Tapet bringt. Und wo wir schon mal so weit sind, mÃ¶chte ich ganz schnell noch hinzufÃ¼gen (ein bisschen groÃŸmÃ¤ulig, ja ja, das trau ich mich gerade noch), dass ein Text wie dieser wahrscheinlich mehr Ã¼ber die Welt sagt, in der wir uns gerade befinden, als ungefÃ¤hr dreitausendsiebenhundertachtundneunzig Zeitungsartikel Ã¼ber die â€žFinanzkriseâ€œ, den â€žKampf der Kulturenâ€œ, Ã¼ber diesen momentan unglaublichen Rollback ins Mittelalter sowie die vÃ¶llige Unsicherheit in Bezug auf fast alles, was Religion, Kultur, Wirtschaft &#038; Politik betrifft (in dieser Reihenfolge)) (&#038; Entschuldigung fÃ¼r all die Klammern), na schÃ¶n, jetzt reichtÂ´s, los gehtÂ´s:   </p>
<p> (&#8230;) Nach einer langen Diskussion (Krishnamurtis) mit einem Mann in Bombay sagt Letzterer zu Krishnamurti: â€žDas, wovon Sie sprechen, kÃ¶nnte zur Erschaffung von Supermenschen fÃ¼hren, zu Leuten, die sich selbst ihre eigenen absoluten Meister wÃ¤ren.<br />
Aber was ist mit dem Mann am FuÃŸe der Leiter, der sich auf Ã¤uÃŸere AutoritÃ¤ten verlassen muss, der alle Arten von KrÃ¼cken braucht, der gezwungen ist, sich einem moralischen Code zu unterwerfen, der in Wirklichkeit zugegebenermaÃŸen vielleicht gar nicht fÃ¼r ihn gemacht ist?â€œ </p>
<p>K. antwortet: â€ž Schauen Sie, was in der Welt passiert. Die Starken, GewalttÃ¤tigen und MÃ¤chtigen, diejenigen, die Herrschaft Ã¼ber andere an sich reiÃŸen und ausÃ¼ben, befinden sich oben; unten sind die Schwachen und Sanften, die kÃ¤mpfen und sich abrackern. Nehmen Sie als Kontrast dazu einen Baum, dessen StÃ¤rke und Erhabenheit aus seinen tiefen und versteckten Wurzeln emporwÃ¤chst; im Falle des Baumes ist das obere Ende gekrÃ¶nt von zarten BlÃ¤ttern, empfindlichen SprÃ¶sslingen und den allerfragilsten Zweigen. In der menschlichen Gesellschaft, zumindest wie sie sich heute darstellt, werden die Starken und MÃ¤chtigen von den Schwachen gestÃ¼tzt. In der Natur dagegen sind es die Starken und MÃ¤chtigen, die die Schwachen stÃ¼tzen (unter den Evolutionsforschern gibtÂ´s Debatten darÃ¼ber, ob es nicht doch die FÃ¤higkeit zur Empathie sein kÃ¶nnte, die fÃ¼r das Ãœberleben der menschlichen Spezies bisher vor allem verantwortlich war -  meine Anm.). Solange Sie weiterhin jedes Problem aus einer pervertierten und verzerrten Sicht wahrnehmen, werden Sie einfach nur immer den jeweils aktuellen Zusand der Dinge akzeptieren. Ich sehe das Problem aus einer anderen Perspektive&#8230; weil Ihre Ãœberzeugungen nicht das Resultat ihres eigenen Verstehens sind, kÃ¤uen Sie einfach nur die Ã„uÃŸerungen von AutoritÃ¤ten wider, hÃ¤ufen Zitate an, spielen eine AutoritÃ¤t gegen die andere aus, das Alte gegen das Neue. Dazu habe ich nichts zu sagen. Wenn Sie das Leben jedoch von einem Standpunkt aus betrachten, der nicht deformiert oder von AutoritÃ¤ten verunstaltet ist, nicht ausstaffiert mit dem Wissen anderer, sondern das Ihrem eigenen Leiden entspringt, Ihren eigenen Gedanken, Ihrer Kultur, Ihrem VerstÃ¤ndnis, Ihrer Liebe, dann werden Sie verstehen, was ich sage -  â€žcar la mÃ©ditation du coeur est l`entendementâ€œ&#8230;   persÃ¶nlich - und ich hoffe, Sie verstehen, was ich jetzt sage - habe ich keinerlei Glauben und gehÃ¶re keiner Tradition an. Das war immer meine Haltung dem Leben gegenÃ¼ber. Es ist eine Tatsache, dass das Leben sich von Tag zu Tag Ã¤ndert, und Glaubensinhalte und Traditionen sind fÃ¼r mich nicht nur nutzlos, sondern, wÃ¼rde ich mich von ihnen an die Kette legen lassen, hinderten mich daran, das Leben zu verstehen&#8230; Sie mÃ¶gen Befreiung erlangen, ganz egal, wo sie sich befinden oder wie die UmstÃ¤nde sind, aber das bedeutete, dass Sie das DurchhaltevermÃ¶gen eines Genies haben mÃ¼ssten. Weil Genie letztlich in der FÃ¤higkeit besteht, sich von jeglichen Verstrickungen zu lÃ¶sen, in denen man gefangen ist, die FÃ¤higkeit, aus dem Teufelskreis auszubrechen&#8230; Sie mÃ¶gen mir sagen, dass ich diese FÃ¤higkeit nicht habe. Aber das exakt ist mein Standpunkt. Um Ihre eigene StÃ¤rke zu entdecken, die in Ihnen selbst vorhandene Kraft,  mÃ¼ssen Sie bereit und willens sein, sich mit jeder Art von Erfahrung auseinander zu setzen. Und gerade das ist es, was Sie ablehnen!â€œ </p>
<p>Diese Art von Sprache ist nackt, befreiend und inspirierend. Sie durchdringt die Wolken von Philosophie, auf die unsere Gedanken grÃ¼nden und erneuert Quellen, die zur Tat fÃ¼hren. Sie rÃ¼ckt die schwankenden Superstrukturalismen unserer verbalen Gymnasiasten an die richtige Stelle und reinigt den Boden von Unrat. Anstatt eines Hindernisrennens  oder einer Rattenfalle macht es das tÃ¤gliche Leben zu einer erfreulichen Angelegenheit. In einem GesprÃ¤ch mit seinem Bruder Theo sagte Van Gogh einmal: â€žChristus war deshalb so unendlich groÃŸ, weil niemals irgendwelche MÃ¶bel oder andere stupiden Accessoires ihm im Weg standen.â€œ Man hat dasselbe GefÃ¼hl bei Krishnamurti: Nichts steht ihm im Weg. Seine Karriere, einzigartig in der Geschichte spiritueller FÃ¼hrer, erinnert einen an das berÃ¼hmte Gilgamesch Epos. In seiner Jugend als der kommende ErlÃ¶ser verklÃ¤rt, lehnte er die ihm bereitete Rolle ab, verprellte sÃ¤mtliche JÃ¼nger, und lehnte alle Mentoren und Lehrer rigoros ab. Er grÃ¼ndete keinen neuen Glauben oder Dogma, stellte alles in Frage, kultivierte den Zweifel ( besonders in Augenblicken der VerzÃ¼ckung), und - vermÃ¶ge eines geradezu heroischen Ringens sowie unglaublicher Ausdauer - befreite sich von Illusion und falschem Zauber, von Stolz,  Eitelkeit sowie jeder subtilen Form von Herrschaft Ã¼ber andere. Er drang zum Ursprung des Lebens vor, auf der Suche nach Nahrung und Inspiration. Den Fallen und Schlingen derer zu widerstehen, die ihn an ihre Kandare nehmen und ausbeuten wollten, erforderte unendliche  Wachsamkeit (&#8230;) - </p>
<p>Es gibt etwas an Krishnamurtis Ã„uÃŸerungen, das das Lesen von BÃ¼chern Ã¤uÃŸerst Ã¼berflÃ¼ssig zu machen scheint. Auch gibt es eine andere, noch treffendere Tatsache in Verbindung mit seinen Ã„uÃŸerungen (&#8230;), nÃ¤mlich dass â€žje klarer seine Worte, desto weniger seine Botschaft verstandenâ€œ wird (Suarez). </p>
<p>Krishnamurti sagte mal: â€žIch werde ausdrÃ¼cklich vage sein; ich kÃ¶nnte genausogut sehr deutlich werden, aber das liegt nicht in meiner Absicht. Denn sobald eine Sache definiert ist, ist sie totâ€œ&#8230; nein, weder definiert Krishnamurti, noch antwortet er mit Ja oder Nein. Er wirft den Fragenden auf sich selbst zurÃ¼ck, zwingt ihn, die Antwort in sich selbst zu suchen. Immer wieder wiederholt er: â€œIch bitte Sie nicht darum, mir zu glauben&#8230; ich wÃ¼nsche mir nichts von Ihnen, weder Ihre geneigte Meinung, Ihr EinverstÃ¤ndnis, noch, dass Sie mir folgen. Ich bitte Sie nicht, zu glauben, sondern zu verstehen, was ich sage.â€œ Kollaboriert mit dem Leben! - das ist es, was er einem immer wieder einschÃ¤rft. Hier und da ist es veritable PrÃ¼gel, die er verabreicht - den Selbstgerechten. Was, fragt er, habt ihr erreicht mit all euren geschliffenen WÃ¶rtern, euren Slogans und Schubladen, euren BÃ¼chern? Wie viele Einzelne habt ihr glÃ¼cklich gemacht, nicht in einem vorÃ¼bergehenden, sondern in einem bleibenden Sinne? Und so weiter. (&#8230;)</p>
<p>All die schÃ¼tzenden Vorrichtungen - sozial, moralisch oder religiÃ¶s - die die Illusion erzeugen, als wÃ¼rden sie die Schwachen stÃ¼tzen und ihnen helfen, auf dass sie gelenkt und geleitet wÃ¼rden in Richtung auf ein besseres Leben, sind prÃ¤zise das, was sie von dem Gewinnbringenden an direkter Lebenserfahrung fernhÃ¤lt. Statt nackter und direkter Erfahrung sehnt sich der Mensch danach, Gebrauch zu machen von Protektionsangeboten, und wird auf diese Weise deformiert. Diese Schutzvorrichtungen werden zu Machtinstrumenten materieller und spiritueller Ausbeutung. </p>
<p>Einer der hervorstechendsten Unterschiede zwischen jemandem wie Krishnamurti und KÃ¼nstlern generell liegt vor allem in der jeweiligen Haltung ihrer eigenen Rolle gegenÃ¼ber. Krishnamurti betont, dass es einen permanenten Widerspruch gibt zwischen dem kreativen Genie eines KÃ¼nstlers und seinem Ego. Der KÃ¼nstler, sagt er, bildet sich ein, dass es sein Ego ist, welches groÃŸartig oder sublim ist. Dieses Ego mÃ¶chte sich den Moment der Inspiration gewinnbringend zunutze machen fÃ¼r die eigene Glorifizierung, diesen Moment, in dem es in BerÃ¼hrung mit der Ewigkeit war, ein Moment, in dem ganz prÃ¤zise das Ego eben gerade abwesend war, ersetzt durch den puren Bodensatz der eigenen lebendigen Erfahrung. Es ist die eigene Intuition, fÃ¤hrt er fort, der allein man sich anvertrauen sollte. Sowie in der Tat Dichter, Musiker, und KÃ¼nstler Ã¼berhaupt AnonymitÃ¤t kultivieren und sich von ihren SchÃ¶pfungen loslÃ¶sen sollten. Die meisten KÃ¼nstler jedoch pflegen das genaue Gegenteil, sie mÃ¶chten ihr Werk vor allem im Zusammenhang mit ihrer Signatur sehen. VerkÃ¼rzt gesprochen: solange der KÃ¼nstler vor allem seinem Individualismus nachhÃ¤ngt, wird es ihm nie gelingen, seine Inspiration oder kreative Kraft permanent zu erhalten. Die QualitÃ¤t oder Bedingung von Genie ist nichts als die erste Phase der Eingebung. (&#8230;)  </p>
<p>(Gut, was!? - meine Anm.) </p>
<p>(&#8230;) Was mich dazu brachte, von Krishnamurti zu reden, ist die Tatsache, dass er, wie solide auch immer er verankert sein mag in der RealitÃ¤t, unwillentlich einen Mythos und eine Legende um sich herum erzeugt hat. Leute wollen einfach nicht wahrhaben, dass jemand, der sich selbst geschaffen hat - einfach, gerade und wahrhaftig - nicht etwas sehr viel Komplexeres und MysteriÃ¶seres dahinter versteckt. Angenommen, ihr dringlichster Wunsch besteht darin,  sich aus den grausamen Schwierigkeiten herauszuwinden, in denen sie sich befinden: was sie wirklich bewundern, ist, alles mÃ¶glichst schwierig zu machen, mÃ¶glichst obskur und Ã¤nderungsfÃ¤hig erst in einer fernen Zukunft. Dass ihre Schwierigkeiten selbstgemacht sind, ist das Letzte, was sie in der Regel zugeben. Auf Wirklichkeit, wenn sie sich denn einen Moment lang mal erlauben einzugestehen, dass sie existiert - im tÃ¤glichen Leben - wird sich immer nur bezogen als â€žrauheâ€œ Wirklichkeit. Man spricht darÃ¼ber wie von etwas Entgegengesetztem zur gÃ¶ttlichen Wirklichkeit, oder - sagen wir - einem sanften versteckten Paradies (â€žsoft hidden paradiseâ€œ). Die Hoffnung, dass wir eines Tages erwachen werden zu Lebensbedingungen, die vÃ¶llig anders sind als das, was wir jeden Tag erfahren, macht Menschen zu willigen Opfern jeder Art von Tyrannei und UnterdrÃ¼ckung. Der Mensch wird lÃ¤cherlich gemacht durch Hoffnung und Angst. Der Mythos, den er von Tag zu Tag lebt, ist der Mythos, dass er eines Tages dem GefÃ¤ngnis entkommen mÃ¶ge, das er fÃ¼r sich selbst geschaffen hat, und das er den Machenschaften anderer zuschreibt. Jeder wahre Held hat die Wirklichkeit zu seiner eigenen gemacht. Indem er sich selbst befreit, sprengt er den Mythos, der uns an Vergangenheit und Zukunft bindet. Darin besteht gerade die Essenz von Mythos - dass er das wunderhafte (â€žwondrousâ€œ) Hier und Jetzt verschleiert. (&#8230;)</p>
<p>Ein paar Jahre spÃ¤ter soll Krishnamurti folgendes gesagt haben: â€žVerlangt nicht nach GlÃ¼cklichsein. Sucht nicht nach Wahrheit. Sucht nicht das Ultimative.â€œ AuÃŸer fÃ¼r Sophisten und VerfÃ¤lscher gibtÂ´s hier nichts Abweichendes von der ewigen Streitfrage, die er folgendermaÃŸen auf den Punkt bringt: â€žSie suchen nach Wahrheit, als wÃ¤rÂ´s das Gegenteil von dem, was Sie sind.â€œ<br />
Wenn solche klaren, gradlinigen Worte nicht anstacheln oder aufwecken, was dann?<br />
(&#8230;)</p>
<p>(* Copyright 1969 by New Directions Publishing Corporations.) </p>
<p>Na schÃ¶n, also hier hÃ¶r ich einfach mal auf.<!--a833481ae2b9899c9796f089e93a7a7c--><!--a833481ae2b9899c9796f089e93a7a7c--><!--0af896082220390b36208062e7282f15--><br />
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		<title>Freche Tattoos auf blutjungen Bankiers&#8230;</title>
		<link>http://dziuks-kueche.de/blog/2008/11/23/freche-tattoos-auf-blutjungen-bankiers/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 23:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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		<description><![CDATA[&#8230; kann zwar ohne weiteres auch fÃ¼r sich selbst sprechen, trotzdem aber vielleicht ein paar ganz klitzekleine Anmerkungen: dass ich nÃ¤mlich z.B. ziemlich stolz bin, dass Franz Dobler unsere SÃ¼dbalkon-Fassung seines Songs â€žDer mit der Gitarreâ€œ kommentierte mit: â€œWÃ¼sste nicht, wie man das besser machen kÃ¶nnte.â€œ AuÃŸerdem darauf, dass Dota Kehr bei meinem Berlin-Lied mitgesungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; kann zwar ohne weiteres auch fÃ¼r sich selbst sprechen, trotzdem aber vielleicht ein paar ganz klitzekleine Anmerkungen: dass ich nÃ¤mlich z.B. ziemlich stolz bin, dass Franz Dobler unsere SÃ¼dbalkon-Fassung seines Songs â€žDer mit der Gitarreâ€œ kommentierte mit: â€œWÃ¼sste nicht, wie man das besser machen kÃ¶nnte.â€œ AuÃŸerdem darauf, dass Dota Kehr bei meinem Berlin-Lied mitgesungen hat. Und auf Susanne Betancors La-Strada-artige Trompeteneinlage bei der Zweitfassung vom Regenlied. - Stolz soll ja in den meisten FÃ¤llen keine besonders nette  GefÃ¼hlsregung sein, aber hier wÃ¼rde ich da gerne mal eine Ausnahme machen.<br />
Wie auch immer, dann gibtÂ´s da noch ein vertontes Peter Hacks-Gedicht, bei dem mir zwar eine Zeile (die zu Anfang der 3. Strophe) ziemlich gegen den Strich ging, das mich ansonsten aber mit seiner kÃ¼hlen Klarheit auch genauso ziemlich vom Hocker haute. Was soll ich sagen? Hier ein Versuch: vielleicht ja keine schlechte Zeit, auch mal wieder einen Kommunisten zu Wort kommen zu lassen (andererseits: wer zum Teufel bin ich, jemanden wie Hacks zu Wort kommen lassen). Und seltsamerweise enthÃ¤lt gerade dieses StÃ¼ck die vielleicht schÃ¶nste Instrumentalpassage, die mir bisher auf Platte gelungen ist.  </p>
<p>Hatte in den letzten 2 Jahren ein paar neue Leute kennengelernt, die zwar kaum etwas mit meinem Genre zu tun haben, nichtsdestotrotz aber einiges bei mir auslÃ¶sten, was Schreibe &#038; Stilistik angeht. Ich glaub, auch das wird man merken. Unter anderem waren das der Liedermacher &#038; Essayist Christof StÃ¤hlin, ohne den oder dessen Umfeld (z.B. www.sago-schule.de) ein paar der Songs mit Sicherheit so jetzt nicht existieren wÃ¼rden (ich hÃ¤ttÂ´s mich schlicht nicht getraut). SelbstverstÃ¤ndlich hab ich dadurch meine Americana-Hausheiligen nicht vergessen, an deren musikalischer Sprache ich mich bisher noch am ehesten orientiert hatte (&#038; auch dafÃ¼r gibtÂ´s ein paar sehr handfeste Beispiele). Aber ich schreibe ja auf deutsch, &#038; da kannÂ´s durchaus auch ein ziemlicher Kick sein, Leuten zu begegnen, die sich beinah ausschlieÃŸlich auf deutschsprachige Traditionen beziehen, wie z.B. der Georg Kreisler-beeinflusste Sebastian KrÃ¤mer.  </p>
<p>Ansonsten sind auch diesmal einige Songs Ã¼briggeblieben, habenÂ´s aus verschiedenen GrÃ¼nden nicht auf das Album geschafft, so u.a. â€žPsychopathologische LÃ¼gnerâ€œ, â€žVerliebt &#038; blindâ€œ(von Bernie Conrads), das Raucherlied, â€žIdylle in HÃ¼lle &#038; FÃ¼lleâ€œ sowie ein paar andere. Und von den 14 Songs, die drauf sind, haben wir (oder ich) ebenso ein paar durchaus hier &#038; da auch schon mal live gespielt, aber es gibt eben auch ne ganze Menge, die wir noch nie gespielt haben. Auch gabÂ´s bei einigen der Texte weitere Strophen (&#038; nicht die schlechtesten), die den Rahmen am Ende jedoch gesprengt hÃ¤tten. Hier nur mal 3 davon, was das Regenlied angeht: </p>
<p>regne, bis bei MorgendÃ¤mmrung<br />
sich ein KÃ¶nigskinderpaar<br />
fragen wird, wieso da ringsum<br />
keine falsche Nonne war</p>
<p>regne, Regen, satt &#038; prÃ¤chtig<br />
auch den SpÃ¶ttern bis ans Kinn<br />
regne, bis das Wort Gerechtig-<br />
keit nÂ´ Schatten kriegt von Sinn</p>
<p>regne, Regen, dann auf meine<br />
Fehler, &#038; das nicht zu knapp<br />
gerade die, fÃ¼r die ich keine<br />
weitere ErklÃ¤rung hab    </p>
<p>Einen starken Einfluss auf solche Sequenzen hatte wahrscheinlich nicht zuletzt auch Henry Millers Essay Ã¼ber Arthur Rimbaud (â€žVom grossen Aufstandâ€œ), sowie bei â€žZeitâ€œ der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti. Auch Fernando Pessoa wird ab &#038; zu durch meine Texte geistern, fÃ¼rchte ich. Und vor kurzem hatte ich mal wieder eines der Zen-BÃ¼cher von Janwillem van de Wetering in den Fingern &#038; musste feststellen, wie viel davon ich vor etwa 2 Jahrzehnten als sehr junger Mensch arroganterweise einfach Ã¼berlesen hatte. Wie auch immer, jedenfalls glaub ich, dass diese Aufnahmen hier tatsÃ¤chlich einen Schritt weiter sind als die der 3 letzten Alben davor: der Sound klarer, die Stimme prÃ¤senter, die Texte subtiler &#038; alles liegt offener auf dem Tisch. Und entweder mag manÂ´s oder auch nicht, aber voilÃ , am Ende ist es zumindest deutlicher. Ich meine, so deutlich, wie man halt sein kann.  </p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>And now something completely different (sorry, aber ich kann grad nicht anders): nÃ¤mlich darÃ¼ber, wie Horst KÃ¶hler vorgestern â€žden Banken die Leviten&#8221; las (Tagesspiegel)&#8230; zusammenfassen wÃ¼rde ich die Rede in etwa mit:</p>
<p>â€žAlso, liebe Diebe: nachdem jeder von euch<br />
im Schnitt jetzt mit ein paar Milliarden gratis<br />
davongekommen ist, gebt euch doch gefÃ¤lligst<br />
in Zukunft ein bisschen mehr MÃ¼he, wenigstens<br />
so zu tun, als hÃ¤ttet ihr zumindest einen Schatten<br />
von Verantwortungsbewusstsein, verstanden?â€œ - </p>
<p>Und die stumme Antwort auf den Gesichtern der<br />
anwesenden Bankiers: </p>
<p>â€žOk, Chef, machen wir. Aber kÃ¶nnen wir jetzt mal endlich gehen?&#8221; -<!--0fe7c7a68945277b9082d52709633a60--><!--d38141db7f43d4680e07cef1135cd9bd--><!--0fe7c7a68945277b9082d52709633a60--><!--0fe7c7a68945277b9082d52709633a60--><br />
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		<pubDate>Sat, 11 Oct 2008 01:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Danny Dziuk</dc:creator>
		
	<category>Sporadische Dauerkolumne</category>
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